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DIE FEIER DES ABENDMAHLS
 

Seit März 1996 haben wir in Kirchberg eine neue Abendmahlsliturgie. In allen Gesangbüchern, die in unseren Gemeindezentren und in unseren Kirchen in Mainzlar und Kirchberg ausliegen, steht sie auf Seite 5.

Früher gab es die Gewohnheit, das Abendmahl nach dem Gottesdienst zu feiern, als wäre das Abendmahl etwas, das nicht in den Gottesdienst gehört. Das Abendmahl ist aber eine Feier der ganzen Gemeinde und nicht einer weniger besonders Frommer. Deshalb wird das Abendmahl mittlerweile in fast allen Kirchengemeinden als Teil des Gottesdienstes gefeiert. Zum Glück. Natürlich ist dadurch niemand gezwungen zum Abendmahl zu gehen. Es kommt vor, dass man mit seinen Gedanken und seinem Herzen ganz woanders ist, oder dass man aus irgendeinem Grund heute eben nicht am Abendmahl teilnehmen möchte. Dann hat jede und jeder die Möglichkeit auf seinem Platz zu bleiben, entweder die Zeit des Abendmahles für sich selbst zu nutzen, um Ruhe zu finden oder um ein Gebet zu sprechen, oder einfach im Stillen die anderen zu begleiten, die zum Altar vorgehen.

Früher ging man selten zum Abendmahl. Vielleicht einmal im Jahr. Nicht aus Geringschätzung, nein
im Gegenteil. Es war ein großer und wichtiger Tag, und man bereitete sich darauf vor. Man trug feierliche,
dunkle Kleidung. Manchmal gingen Frauen und Männer getrennt. Das wichtigste am Abendmahl war die Vergebung der Sünden. Heute feiern wir das Abendmahl öfter. Zum Glück. Denn das Abendmahl ist auch
ein Fest der Gemeinschaft.

Für die Jugendlichen unter uns ist das Abendmahl oft zu steif und zu ernst. Vielleicht können die jungen
Leute etwas von den alten Menschen lernen. Denn dieser "heilige" Ernst, mit dem die Menschen der
älteren Generationen vortreten zum Altar, macht deutlich, daß wir hier wirklich dem "Heiligen" begegnen. Für die älteren Menschen sind Veränderungen in derAbendmahlsfeier oft neumodischer Schnickschnack. Vielleicht können die älteren Menschen von den Jugendlichen etwas lernen. Denn das Abendmahl ist auch eine Feier der Freude. Auch dies soll deutlich werden, wenn wir gemeinsam feiern.